Über das Projekt

was sich „über morgen“ sagen lässt

Leben wir in einem der historischen Momente, „in denen die Zukunft ihre Richtung ändert“, wie der Trendforscher Matthias Horx in einem vielbeachteten Text zu den möglichen gesellschaftlichen Folgen der Coronakrise schrieb? Werden wir eine „echte philosophische Revolution“ erfahren, wie der Philosoph Slavoj Žižek in der NZZ vermutet? Jedenfalls fühlt sich die Welt gerade „awfully strange“, „furchtbar seltsam“, an – vielleicht, meint der Journalist Peter C Baker im Guardian, weil uns in der Pandemie bewusst wurde, dass sich jederzeit alles, aber auch wirklich alles von einer Minute auf die andere ändern könne. Daraus ergeben sich, zumindest für „Talking Head“ David Byrne auch Chancen – Chancen, die Dinge anders zu sehen, einzusehen, dass wir alle voneinander abhängig sind, und auch entsprechend zu handeln. Andere wie die Philosophin Lisz Hirn warnen vor zu viel Wandelenthusiasmus, Falter-Herausgeber Armin Thurnher [Falter 13/20] schrieb angesichts inflationärer Prognostiziererei gar von einer „messianischen Postseuchen-Propheten-Prosa“ in den Medien.

Die offenkundige und die behauptete Krisenhaftigkeit der Welt und die Frage, in welche Richtung sie sich nach der aktuellen Krise – morgen, übermorgen – wohl dreht, waren auch Ausgangspunkt der Interviews, die Journalismus-Studierende der FH JOANNEUM – im Rahmen des Fachs „Journalistische Arbeitstechniken“ im zweiten Semester – im April und Anfang Mai 2020 führten. Die Studierenden haben mit mehr oder weniger prominenten ExpertInnen gesprochen, mit Klimaforscherinnen, Aktivistinnen, Wirtschaftstreibenden, Sozialarbeiter*innen und in den 19 Interviews, die wir für diesen Blog ausgewählt haben, ganz unterschiedliche Stimmen und Perspektiven eingefangen. Die Interviews wurden über Skype oder Zoom geführt, was auch die Qualität/Ästhetik der eingesetzten Porträtfotos erklärt. Ob diese Texte das, was da bevorsteht, erhellen können, sei dahingestellt – einen kleinen Beitrag zu Dokumentation dessen, was gerade jetzt an Außergewöhnlichem passiert, leisten sie hoffentlich allemal.

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