Kreativer Protest gegen die Überwachung öffentlicher Räume

Und plötzlich setzen sich 60 Menschen in der Grazer Herrengasse auf den Boden, rufen: „A-ka-lo-ko!“ Stürmen nach einem – für Außenstehende nicht hörbaren – Signal los. So passiert Ende Juni 2009. Es war keine Aktion von irgendwelchen Irren. Es war vielmehr eine Initiative von Radio Helsinki und Neuland. Die Organisatoren riefen zur Teilnahme an einem Radioballett auf.

Ein Radioballett ist eine technische Variante des Flashmobs. Es handelt sich um eine kreative Form des Straßenprotests, unter anderem mit dem Ziel, Passanten zu irritieren. Das Radioballett in Graz, das im Rahmen der Veranstaltungsreihe absolutely free stattfand, machte auf die Umstände des „Gläsernen Menschen“ in unserer Gesellschaft aufmerksam. Der Protest richtete sich „gegen die Verwertung, Normierung und Überwachung öffentlicher Räume. Gegen die Monokultur des Warentauschs in der Grazer Innenstadt“, so die Veranstalter.

Dieser Protest sah folgendermaßen aus: Die TeilnehmerInnen hatten ein kleines Radiogerät und empfingen Radio Helsinki. Sie bekamen Anweisungen von Simon, einer nicht näher bezeichneten Radiostimme. Sie formten mit ihren Händen Ferngläser und beobachteten Passanten, hinterließen Spuren ihrer Identität, indem sie ihre Ausweise in die Kameras zeigten. Der Höhepunkt war das Eins-werden mit der Schaufensterscheibe. Zum krönenden Abschluss liefen alle „K’s“, so nannte Simon die Teilnehmer, zum Brunnen in der Nähe des Jakominiplatzes. Dort verabschiedeten sie sich nach einer Stunde mit einem lauten „A-ka-lo-ko!“

Ein Video des Radioballetts gibt es bei YouTube.


Links:
Kreativer Straßenprotest
Kulturserver Graz/absolutely free

Bookmark and Share

Radioballett in GrazRadioballett in GrazRadioballett in Graz

Neueste Kommentare

Benutzeranmeldung