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Bälle, Titel und Briefmarken

Robert Gardos, Viktor Szilágyi und Imre Szabics sind jedem Sportfan ein Begriff. Die gebürtigen Ungarn sind für ihren sportlichen Erfolg in und für Österreich bekannt geworden.

Imre Szabics

Die bekannteste ungarische Fußballikone in Österreich ist zweifelsohne Imre Szabics. Der ehemalige Angreifer des SK Sturm Graz war während der erfolgreichsten Zeit des Klubs in der Champions League schon Mitglied. 173 Mal schnürte er sich für den steirischen Topverein die Schuhe und konnte dabei einmal die Meisterschaft gewinnen.

Nach seiner aktiven Laufbahn, die ihn ins ungarische Nationalteam brachte, nahm er einen Posten im Verein des SK Sturm an. Zunächst war er als Spielerbeobachter unterwegs, ehe er bei Trainer Franco Foda einen neuen Job erhalten sollte. 2016 nahm ihn der Deutsche in den Trainerstab auf, was sich als echter Glücksgriff herausstellen sollte. Gemeinsam brachten sie die Murstädter nicht nur wieder in den Kampf um die nationale Meisterschaft, sondern auch in die europäischen Clubbewerbe.

Diese Qualitäten blieben nicht unbemerkt. Die österreichische Fußballnationalmannschaft bekam im November 2017 mit Franco Foda einen neuen Trainer. Wie soll es anders sein, nahm er seinen gesamten Trainerstab mit – somit auch Imre Szabics. Er ist nun der erste Ungar, der auf der Trainerbank des ÖFB Platz nehmen darf. Das erste Länderspiel des deutsch-ungarischen Trainerteams konnte gegen Uruguay mit 2:1 gewonnen werden.

Robert Gardos

Es gibt nicht viele bekannte Persönlichkeiten in den sogenannten „Randsportarten“ in Österreich, doch wer sich mit Tischtennis beschäftigt, kennt diesen Mann: Robert Gardos. Er wurde noch für den ungarischen Verband Jugendeuropameister, bevor es für ihn über die Grenze nach Österreich ging, um seine Karriere voran zu treiben.

1996 kam er mit 17 Jahren nach Österreich und bekam die rot-weiß-rote Staatsbürgerschaft. Der in Budapest geborene Rechtshänder vertrat die Alpenrepublik schon bei drei olympischen Spielen, sowie bei unzähligen Welt- und Europameisterschaften. Insgesamt sieben Medaillen, davon zweimal Gold, konnte er bislang gewinnen.

Robert Gardos spielt für Chartres.
Robert Gardos steht aktuell bei Chartres in Frankreich unter Vertrag. © Wikipedia / Manfred Werner / CC-BY- SA 4.0

Auf der Tischtennis World Tour liegt er momentan als bester Österreicher auf dem 48. Platz. Die beste Platzierung des heute 38-Jährigen liegt nur zwei Jahre zurück, wo er auf dem starken 18. Rang gelegen war. Die Republik Österreich hat Gardos eine besondere Ehre zu Teil werden lassen. Aufgrund seiner sportlichen Verdienste wurde er auf einer Briefmarke verewigt. Nach Werner Schlager, der diese Ehrung 2003 erhielt, war er der zweite Tischtennisspieler mit personalisierter Briefmarke.

Auch Roberts Bruder Krisztian ist sportlich erfolgreich. Er holte bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro die Bronzemedaille im Tischtennis.

Viktor Szilágyi

Wenn man in Österreich an Handball denkt, muss einem zwangsweise der Name Viktor Szilágyi in den Sinn kommen. Der wohl beste österreichische Spieler aller Zeiten prägte den Sport hierzulande wie kaum ein anderer. Die Begabung wurde ihm von Vaterseite schon in die Wiege gelegt, denn István Szilágyi war 200-facher ungarischer Nationalteamspieler und später Trainer in Österreich, was Sohnemann Viktor nach Niederösterreich gebracht hatte.

Der „Österreichische Handballer des Jahres 2000“ im Einsatz für das rot-weiß-rote Nationalteam. © Wikipedia : Steindy : CC-BY- SA 3.0

Der in Budapest geborene, 1,96m große Modellathlet begann in St.Pölten seine Laufbahn. Schnell merkte man ihm an, dass er für heimische Verhältnisse zu talentiert war und so ging es für ihn in eine der besten Ligen der Welt nach Deutschland. Von 2000 bis in den Sommer 2017 ging er bei unseren nördlichen Nachbarn für nicht weniger als sechs verschiedene Klubs auf Torejagd. Drei Meisterschaften, vier Cupsiege und drei Europapokalsiege stehen für eine herausragende Laufbahn auf Vereinsebene.

Nicht so erfolgreich, aber sicher nicht weniger beachtlich, war seine Zeit im Dress des Nationalteams. Bereits 1998 durfte er für Österreich auf dem Parkett stehen. Erst 17 Jahre, 201 Spiele und 898 Tore später trat er mit 38-Jahren zurück. Die größte Ehre war die Teilnahme an der Europameisterschaft 2014, als er sein Team als Kapitän in die Hallen führen durfte. Nach seiner aktiven Karriere blieb er dem Sport erhalten. Er ist heute Sportlicher Leiter des THW Kiel in Deutschland, einem der besten Handballvereine der Welt.


Text: Phillip Seiser | Titelbild © GEPA pictures/David Rodriguez Anchuelo

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