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Auf den Spuren der ukrainischen Währung

Der Name der ukrainischen Währung „Hrywnja“ ist ein Zungenbrecher. Nicht weniger komplex als die Aussprache ist die Geschichte, die sich hinter den Scheinen und Münzen verbirgt.
Text: Romana Jantscher

Von Griwna zu Hrywnja

Schon im mittelalterlichen Großreich der Kiewer Rus existierte ein Geldmittel mit dem Namen Griwna. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Griwna “Mähne”. Es ist eine Anspielung auf die Gold- und Silberstücke, die früher von Wohlhabenden um den Hals getragen wurden.
Im elften und zwölften Jahrhundert galt Griwna als Maßeinheit. Eine Silbergriwna entsprach dabei einem Gewicht von 204 Gramm. Später war Hrywnja als Bezeichnung für Kupfermünzen im Wert von zwei, drei oder fünf Kopjik gebräuchlich.

Eine Timeline zur historischen Herkunft der Hryewn

Zwei Währungen zur selben Zeit

Nach dem politischen Umsturz durch die Oktoberrevolution wurde 1917 die ukrainische Volksrepublik gegründet. Dort war zunächst der Karbowanez die gültige Währung. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde das Habsburgerreich aufgelöst. Die ehemalige Westukraine, welche zuvor zur k.u.k. Monarchie gehörte, schloss sich mit der ukrainischen Volksrepublik zusammen. 1918 wurde daraufhin eine neue Währung eingeführt: die Hrywnja. Eine Zeit lang waren die neuen Hrywen und alten Karbowanez zugleich in Umlauf.

Der „billiger Tausender“

Nach dem Anschluss 1922 an die Sowjetunion wurde in der Ukraine mit dem „bolschewistischen Tausender“ bezahlt. Die Leute nannten ihn verächtlich „tysiachky“, also „billiger Tausender“, weil der Kurs verglichen zum Karbowanez sehr schlecht war. Später wurde der Rubel eingeführt, dieser wurde im Volksmund schlicht weiter als Karbowanez bezeichnet.

Die neue alte Währung heißt „Hrywnja“

Nach der Auflösung der Sowjetunion und der Gründung eines neuen ukrainischen Staates 1991 wurde eine Übergangswährung namens Kupon-Karbowanez eingeführt. Wegen der damaligen wirtschaftlichen Krise wurden die Kupons immer weniger wert. Das hieß, dass Ukrainerinnen und Ukrainer für die gleiche Anzahl von Kupons weniger Waren oder Fremdwährung bekommen hatten.
Am 25. August 1996 erließ Präsident Leonid Kutschma eine Währungsreform. Die Währung war eine neue, der Name bereits von früher bekannt: “Hrywnja”. Seither ist sie die nationale ukrainische Währung.

5 Kopijka entsprechen 0,05 Hrywnja. Kopijka ist mit dem Cent aus dem Euroraum vergleichbar.
5 Kopijka entsprechen 0,05 Hrywnja. Kopijka ist mit dem Cent aus dem Euroraum vergleichbar.

Die neue alte Währung

Nach der Auflösung der Sowjetunion und der Gründung eines neuen ukrainischen Staates, Ende 1991, wurde eine Übergangswährung namens Kupon-Karbowanez eingeführt. Wegen der damaligen wirtschaftlichen Krise wurden die Kupons immer weniger wert. Das bedeutet für die gleiche Anzahl von Kupons haben die Menschen mit der Zeit weniger Waren oder Fremdwährung bekommen.
Am 25. August 1996 erließ Präsident Leonid Kutschma eine Währungsreform. Die Währung war eine neue, der Name bereits bekannt: Hrywnja. Seither ist sie die nationale ukrainische Währung.

Berühmte Köpfe als Zeichen von Nationalstolz

Auf den Banknoten der Hrywnja sind bedeutende Persönlichkeiten und Bauwerke abgebildet. Adelige und Herrscher, aber auch Künstler und Wissenschaftler. So ist auf dem 20er-Schein das Gesicht von Schriftsteller Iwan Franko abgebildet, auf der Rückseite das Lemberger Opernhaus. Der 100-Hrywen-Schein zeigt den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko. Die Lyrikerin Lesja Ukrajinka ist als einzige Frau auf der 200-Hrywen-Banknote zu sehen. Wie auf den Geldscheinen ist auch auf den Hrywnja-Münzen und Kopijok-Münzen der Dreizack, das Wappensymbol der Ukraine, abgebildet.

Wer die Geschichte des ukrainischen Geldes live erleben möchte, kann das im Museum of Money in Kiew tun. Für alle die nicht verreisen möchten, oder Können, gibt die virtuelle Tour einen kleinen Vorgeschmack.