Zurück zum Content

Humanitäre Hilfe für die Ukraine aus Österreich

Volodymyr Ariev, Abgeordneter der ukrainischen Regierungspartei „Block Petro Poroschenko“, sagte BLANK X beim Besuch im ukrainischen Parlament: „Als Staat können wir nur vier Prozent der Kosten für Binnenflüchtlinge aus unserem Budget tragen. Ohne internationale Hilfe könnten wir nicht wirklich etwas machen.“ Vielleicht hat die österreichische Bundesregierungauch deshalb am 13. Dezember beschlossen, rund zwei Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds für humanitäre Hilfsprojekte in der Ukraine zu verwenden.
Ein Kommentar von BLANK X-Redakteur René J. Laglstorfer

 

So will Österreich helfen

Mit einer Million Euro, die das vor Ort tätige Rote Kreuz erhält, sollen rund 57.000 Ukrainerinnen und Ukrainer mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Eine weitere Million Euro geht an österreichische NGOs, die sich für die Gesundheitsversorgung in der Ukraine engagieren. Laut Angaben des österreichischen Außenministeriums sollen damit in der umkämpften Pufferzone in der Ostukraine 700 Kranke sechs Monate lang mit Medikamenten und Essen versorgt werden. Zusätzlich sollen 150 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Pflege ausgebildet werden.

Geld für Militär statt Bevölkerung

Alles in allem sind die österreichischen Maßnahmen nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Seit Ausbruch des bewaffneten Konfliktes in der Ostukraine im Frühjahr 2014 sind rund 3,2 Millionen Menschen geflohen. Dem Flüchtlingshochkomissariat der Vereinten Nationen, UNHCR, fehlen allein 2016 rund 23,5 Millionen Euro für die Versorgung von Flüchtlingen in der Ukraine. Außerdem sieht der ukrainische Parlamentsabgeordnete Volodymyr Ariev eine höhere Priorität darin, die militärischen Streitkräfte zu finanzieren, als weite Teile der eigenen Bevölkerung, die wegen des Krieges aus ihren Dörfern und Städten flüchten mussten, zu versorgen.